Am frühen Morgen des 26.06.2025, 4:00 Uhr, starteten wir, Dr. Frank Greßler und Andreas Malur, unsere Reise nach Vilnius. Der Flieger hob 9:45 Uhr in Frankfurt ab, gegen 13:00 Uhr landeten wir in Vilnius. Dort angekommen wurde das bereits gebuchte Auto in Empfang genommen und es ging direkt zum ersten Termin, Familien- und Sozialzentrum „Pal. Jurgio Matulaičio“ in Vilnius.
Dort warteten bereits unsere Gesprächspartner auf uns. Elana Apynienė, die Koordinatorin der Hilfsaktionen und unsere erfahrene Dolmetscherin Jurgita Grusaitė sowie Familien, die im Rahmen der Familienarbeit des Zentrums, gefördert werden.
Die Familien erzählten uns aus ihrem Alltag und wie wertvoll die Hilfen und Zusammenarbeit für sie selbst, für die Kinder und für die Familie sind.

Dank der Finanzierung des therapeutischen Schwimmkurses verläuft die körperliche Entwicklung ihrer Tochter im normalen Rahmen. Mutter und Tochter leben und wohnen jetzt in einem Mutter-Kind-Haus und werden vom Familienzentrum betreut.
Ačiū – Danke
Familienhilfe seit zwei Jahren
Gegen 17:00 Uhr verabschiedeten wir uns von den Sozialarbeiterinnen des Zentrums. Zuvor hatten wir den Bericht der Koordinatoren über das Förderjahr 07/2024 -06/2025 entgegengenommen und die weiteren Unterstützungsbedarfe und Hilfeersuchen besprochen.

Das Zusammentreffen mit den Jugendlichen im offenen Jugendtreff SOFKE war sehr aufschlussreich. Die modernisierte Küchenzeile im Treff wurde uns mit Stolz gezeigt. Man berichtete von gemeinsamen Freizeiten im Feriencamp Vindeikiai und von Aktionen im Stadtgebiet Vilnius.

Dr. Frank Greßler, Vorsitzender des Fördervereins, lud unsere Gesprächspartner des Familienzentrums und von SOFKE zu einem kleinen Treffen für Sonntag den 29.06.2025 um 17:30 Uhr in die Gaststätte „Verkių Malūnas“ zu einem Kennenlernen mit Freunden ein. Danach verabschiedeten wir uns und fuhren zu unserem Hotel „15™ Avenue“ mitten in der Altstadt, Gedimino prospektas 15.
Um 18:00 Uhr warteten bereits unsere nächsten Freunde auf uns. Tomas Kurapkaitis, Leiter einer freien Sozialeinrichtung in Vilnius und Linas Kukuraitis, Mitglied des Seimas, sowie unser Logistikunternehmer Peter Girg. Gesprächsinhalte waren die soziale Situation in Litauen, die weltweiten politischen Themen, Deutschland, USA, Nato, Kriege in der Ukraine und Nahost und weitere Themen. Dr. Greßler bedankte sich für die wertvolle Unterstützung unserer Aktivitäten für Kinder und deren Familien in Litauen.


Am Freitag, den 27.06.2025 um 10:00 Uhr warteten unsere Freunde und Helfer in der Region Švenčionys vergeblich auf unser pünktliches Eintreffen im Bildungs- und Tourismuszentrum in Kaltanėnai, denn eine für uns unbekannte Baustelle auf der A14 von ca. 40 km Länge verlängerte unsere Fahrt von geplanten 90 Minuten auf 4 Stunden. Unsere erste Begegnung war am „Fahrradstopp“ in Švenčionėliai.


Dort begrüßte uns der Vizelandrat Erikas Demidovas mit seinen Ressorleitungen Soziales und Schule sowie der Bürgermeister von Švenčionėliai und die Vertreter lokaler Initiativen. Der Direktor des Bildungs- und Tourismuszentrums, Kęstutis Lisauskas, stellte den Stand der Entwicklung des Projektes „Fahrradstopp“ vor. Die Aufgabe des Dolmetschers übernahm unser Vereinsmitglied Rimantas Dapschauskas. Was wir zu sehen und zu hören bekamen übertraf all unsere Erwartungen. Das Projekt „Fahrradstopp“ ist eingebunden in das regionale naturnahe Tourismuskonzept der Region und erfährt die volle Unterstützung des Landratsamtes Švenčionys. Schwerpunkte des Fahrradstopps sind eine Fahrradwerkstatt für Schüler und Jugendliche unter fachlicher Anleitung eines Mechaniker Meisters und einer Kinderverkehrsschule. Die anwesenden Eltern begrüßten diese Angebotserweiterung für den Ort und die Region sehr. Dr. Greßler zeigte sich in seinem Grußwort beindruckt von dem Ideenreichtum der beteiligten Akteure. „Was mit dem Besuch des Landrates Rimantas Klipčius in Sömmerda bei der Kreisverkehrswacht vor zwei Jahren begann, ist hier beispielhaft umgesetzt, ja sogar ausgebaut worden. Wir, der Förderverein Kinder in Litauen e.V., werden diese Initiative nach Kräften weiterhin unterstützen“, so Dr. Greßler.




Danach besichtigten wir die Schülerfahrradwerkstatt und Verkehrssicherheitsschule. Wir konnten miterleben, wie praxisnah Technik und Verkehrssicherheit den jungen Radfahrern vermittelt werden.



Der Direktor des Bildungs- und Tourismuszentrums, Kęstutis Lisauskas, stellte uns sein Entwicklungskonzept an zwei kleineren Gemeinden aus der Region vor. Wir besuchten das Gemeindehaus in Trūdai und das Handwerkerzentrum in Reškutėnai


An beiden Orten erlebten wir eine echte Beteiligung und Teilhabe an der Umsetzung des Tourismuskonzeptes. Fahrräder, Fahrradwege und Verkehrssicherheit spielen dabei eine gewichtige Rolle.
Was für den Morgen geplant war, holte man am Abend nach, wir wurden im Tourismuszentrum in Kaltanėnai in schöne und zweckmäßige Unterkünfte eigewiesen. Kęstutis verabschiedete sich von seinen Gästen und übergab die weitere Betreuung seinem Leiter „Fahrradstopp“ Mantas Turcinskas.

Am Samstag nach dem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns von Kaltanenai und der Region Svenconis und fuhren zurück nach Vilnius. An diesem Morgen konnten wir noch die Ausbildung Jugendlicher im Rahmen des Heimatschutzprogrammes auf dem Sportgelände des Zentrums verfolgen. Ein interessantes Erlebnis für uns aus Deutschland!
In Vilnius angekommen standen zwei Besuchstermine auf dem Programm. Um 14: 00 Uhr trafen wir uns mit unserer früheren Dolmetscherin und Förderin Jolanta Beniulienė in dem Künstlerstadtviertel Užupio, um danach 17:00 Uhr der Familie Antanas Petkūnai einen Besuch abzustatten. Von beiden erhielten wir wertvolle Informationen und Einschätzungen, welche für unsere Arbeit von Bedeutung sein können.



Am Sonntag standen noch zwei wichtige Punkte auf dem Programmzettel. Ein Treffen mit dem ehemaligen Pfarrer der Pfarrei Pal. Jurgio Matulaičio, Medardas Čeponis, und am späten Nachmittag das Treffen mit unseren aktiven Helfern und Freunden aus Vilnius im Restaurant “Verkių Malūnas“. Mit Pfarrer Čeponis ist eng verbunden der Beginn einer mehr als 30 Jahre bestehenden Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Familienzentrum J. Matulaičio in Vilnius.
Bei dem Treffen im Restaurant “Verkių Malūnas“ mit den Sozialarbeiterinnen wurde die Arbeit mit den Familien nochmals bewertet und die Vorhaben und Bitten des Jugendtreffs SOFKE erläutert. Dr. Greßler und Andreas Malur bedankten sich für die offenen und herzlichen Begegnungen und sicherten mittelfristig die weitere Hilfe und Förderung für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu. Dazu braucht der Förderverein von euch, unseren Akteuren in Vilnius und Litauen, gute verwertbare Argumente die unsere Mitglieder im Förderverein, unsere Sponsoren und Unterstützer überzeugen und animieren, uns bei der Erfüllung eurer Bitten zu helfen.
Am Montag den 30.06.2025 ging es aus dem mäßig temperierten Vilnius zurück in das hochsommerliche Frankfurt. 18:00 Uhr hatten wir wieder Erfurt erreicht. Bereits 19:00 Uhr war ein neuer Termin für Dr. Frank Greßler fest eingeplant.
Erfurt den 07.06.2025
Gez. A. Malur



